Tag-Archiv | Thriller

Locked in – Wachkoma nach einer grausamen Tat

Gekauft habe ich Locked in wegen des sofort ins Auge stechenden, blau-schwarzen Covers. Nach wenigen Seiten hatte mich auch der Inhalt in den Bann gezogen.

Zum Inhalt: Alex ist eine Journalistin, einst sehr erfolgreich. Mittlerweile aber nur noch erfolgreich am Glas. Einen tollen Job und einen tollen Mann hat sie dadurch verloren. Sie hangelt sich von Tag zu Tag und von Freelance-Job zum nächsten. Bis sie auf den Fall Amy Stevenson trifft. Die junge Frau ist genauso alt wie Alex, liegt aber schon seit Jahren im Wachkoma – seit einer Vergewaltigung und einem versuchten Mord. Niemand kann zu der Frau durchdringen. Nur Alex glaubt, dass Amy auf sie reagiert – und schon befindet sie sich mitten in der Geschichte der regungslosen Amy und versucht herauszufinden, was damals geschah.

Meine Meinung: Ja, wieder einmal eine Protagonistin mit massiven persönlichen Problemen. Gehört leider in dem Genre mittlerweile zum guten Ton… Ist ja beim Tatort nicht anders… Aber abgesehen vom Alkoholproblem von Alex ist die Story sehr spannend und mir so noch nicht unter die Augen gekommen. Ein Opfer, das im Wachkoma liegt und nur auf sehr wenige Reize reagiert – und eine hartnäckige Journalistin, die wissen will, was Amy damals passiert ist. Gespickt ist die Handlung mit Erzählungen aus dem Kopf von Amy. Und das Ende ist überraschend. Mit meinem Täter-Tipp lag ich knapp daneben, wäre nie auf dieses Ende gekommen und war sehr zufrieden mit der Auflösung des Falls. Wer nicht nur Mord und Blut und Psychopathen mag, sondern einen spannenden Fall und klassische Ermittlungsarbeit, der ist bei „Locked in“ genau richtig.

Holly Seddon
Locked in: Wach auf, wenn du kannst
Heyne, 432 Seiten

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Papierjunge – Schwedenkrimi um eine jüdische Sage

Das neueste Werk der schwedischen Thriller-Autorin Kristina Ohlsson hat mich absolut in seinen Bann gezogen – nicht sofort von der ersten Seite, aber spätestens nach der Entführung zwei kleiner Jungs mitten im eiskalten Winter in Stockholm.

Zum Inhalt: Der Papierjunge sucht sich nachts ein Opfer. Er entführt das Kind und tötet es. Der Papierjunge ist eine Sagengestalt, von der man sich in einem Kibbuz in Jerusalem erzählt. Doch plötzlich scheint er zum Leben zu erwachen – mitten in Stockholm. Erst stirbt eine Kindergärtnerin, kurz darauf werden zwei Jungs entführt. Sie alle stammen aus der gleichen jüdischen Gemeinde. Die Ermittler Fredrika Bergman und Alex Recht versuchen verzweifelt und mit allen Mitteln, die Fälle zu lösen und die entführten Kinder zurückzubringen. Ein grausames Verbrechen aus der Vergangenheit zieht sich schließlich bis in die Zukunft und fordert Tribut.

Meine Meinung: Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf, hat mich aber spätestens mit der Entführung der beiden Jungs völlig gefesselt. Die Geschichte rund um den Papierjungen ist großartig, spannend und fließend erzählt und absolut mitreißend. Zwischendrin geben kurze Kapitel einen Blick in die Zukunft frei, wo die Kinder und der Mann einer unbenannten Frau getötet werden. Auf diese grausame Situation läuft die gesamte Story hinaus, nimmt Fahrt auf und steuert rasant darauf zu. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, wer die Frau ist, deren Familie ausgelöscht werden soll. Eine Ahnung hatte ich früh, doch die wird schlagartig gekippt – wenn man auf die Details achtet. Das Ende kommt überraschend, löst die gesamte, verwickelte und spannende Geschichte aber in sich logisch – wenn auch brutal und aufregend – auf.

Kristina Ohlsson
Papierjunge
Limes-Verlag, 565 Seiten

Schmutziger Schnee – Spannender Krimi, komplizierte Hintergründe

Da liegt ein Toter in einem Hinterhof – könnte ein ganz gewöhnlicher Mord sein. Wären da nicht so viele Ungereimtheiten. Ein Unbekannter hat den Mord beobachtet, den Notruf alarmiert – und ist verschwunden. Die Wohnung des Toten wurde unmittelbar nach dem Mord von Unbekannten betreten. Der Ermittler Leo Junker muss sich des Falles annehmen. Und der ist ein typischer Ermittler in moderner Tatort-Manier: Vollgepumpt mit eigenen Problemen – und Medikamenten, von denen er einfach nicht loskommt. Ein Dr. House mit Polizeimarke.

Schnell entwickelt der eigentlich ganz normale Mord eine politische Brisanz. Das Opfer war Soziologe, hatte für eine Arbeit in politischen Gruppierungen geforscht, interviewte rechte und antifaschistische Mitglieder verschiedener Gruppierungen. Doch dann übernimmt der Geheimdienst die Ermittlungen, Leo Junker darf sich nicht mehr mit dem Fall beschäftigen Das weckt natürlich – wie nicht anders zu erwarten – den Ehrgeiz des kantigen Polizisten.

Spannend entwickelt sich die Geschichte um den Mord und die verwickelten Hintergründe in Leo Junkers zweitem Fall. Der Autor Christoffer Carlsson schreibt über einen Mord, dessen Auflösung gar nicht so einfach ist und zu einem unerwarteten Ende führt. Die politischen Verwicklungen allerdings sind kompliziert, die Schuldzuweisungen und die einzelnen Gruppierungen zwischen rechts und antifaschistisch ebenso. Allerdings hat der Fall eine große Akutalität angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen: Wie verhalten sich die rechten Gruppierungen, um bei Wahlen Stimmen zu gewinnen? Gehen sie über Leichen? Oder sind vielleicht die Antifaschisten diejenigen, die eher zur Gewalt greifen? Wer ist hier eigentlich der Böse? Und wie werden ganz normale junge Männer zu rechtsradikalen Schlägern? Werden sie gar zu Mördern?

Das Buch ist spannend, die Dramaturgie ausgefeilt. Ich wollte stets wissen, wer der Mörder ist und warum der Soziologe sterben musste. Das Buch hält durchgehend eine düstere und beklemmende Stimmung. Allerdings steht Schmutziger Schnee auf der Liste meiner liebsten Krimis nicht ganz oben. Auch gibt es sehr viel bessere Schwedenkrimis – etwa Stieg Larsson oder Lars Kepler. Dafür ist Schmutziger Schnee mir teilweise zu kompliziert. Und auch Leo Junker ist kein Ermittler, den ich mag. Er hat zu viele eigene Probleme, sollte eigentlich nicht im Außendienst sein, wirkt etwas undurchsichtig. Ich mag Ermittler mit Kanten, echte Charaktere, echte psychologische Tiefe. Aber mir gehen auch die Tatort-Folgen auf die Nerven, bei denen die Problem der Hauptpersonen ständig durchkommen – und nicht die Ermittlungen im Vordergrund stehen.

Christoffer Carlsson
Schmutziger Schnee: Thriller Bd. 2

C. Bertelsmann

schmutziger schnee

Bestrafung – aktueller kann ein Thriller kaum sein

Radikale Islamisten; Terroranschläge, die die Welt verändern; ein Staat, der über Leichen geht, um Anschläge aufzudecken – und mittendrin eine zähe Polizistin mit Biss, Gespür und Durchsetzungskraft.

Zum Inhalt: Ein Selbstmordattentäter hat sich im Tivoli, einem beliebten Vergnügungspark in Dänemark, in die Luft gesprengt. Mehr als tausend Menschen sterben bei dem Anschlag. Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln, die Politik drückt dabei viele Augen zu. In dieser Situation telefoniert die Kommissarin Lene Jensen regelmäßig mit Ain – einer jungen Frau, die Selbstmordgedanken hegt. Während eines Telefonats scheint sie vor die U-Bahn gesprungen zu sein. Lene glaubt das allerdings nicht und fängt an zu ermitteln – gegen den Widerstand ihrer Chefin und den Staatsschutz mischt sie sich ein und scheint dabei eine äußerst wichtige Mission zu gefährden. Hilfe bekommt sie dabei vom Privatdetektiv Michael Sander. Und sie erfahren Schreckliches.

Meine Meinung: Brillianter Thriller, der aktueller kaum sein könnte: Wie handelt ein Staat, nachdem ein Selbstmordanschlag ihn bis ins Mark getroffen hat? Darf Unrecht mit Unrecht bekämpft werden? Wer ist der eigentliche Feind und kann man seinen Freunden noch trauen? Wie weit reicht der Arm des Terrors und tötet er die freie Welt? Mit diesen Themen veschäftigt sich Steffen Jacobsen in „Bestrafung“. Dabei zeichnet er nicht Schwarz und Weiß, sondern lässt Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Ahnungslose junge Menschen werden von den Islamisten ausgenutzt – ohne dass diese überhaupt merken, dass sie Terroristen geholfen haben. Es gibt Menschen, die sind Staatsbürger, in Dänemark geboren, arbeiten dort schon ewig – und entpuppen sich plötzlich als radikale Islamisten. Es gibt junge Selbstmordattentäter, die Zweifel haben, aber nicht zurück können. Und es gibt den großen, bösen Chef im Hintergrund, der einen Schicksalsschlag erlitten hat.
Getragen wird der Thriller von einer zähen Polizisten, die sich über Grenzen und Befehle hinwegsetzt und ihrem Bauchgefühl folgt. Auch gegen den Willen des Staatsschutzes. Sie macht aus einer persönlichen Feindschaft und einer Ahnung einen Fall, ermittelt auf eigene Faust und trotz mächtiger Prügel, die sie einstecken muss. Dabei bekommt sie Hilfe von einem Privatdetektiv. Gemeinsam kommen sie einer unglaublichen Tat auf die Spur.
Der Thriller ist rasant, spannend und gruselig aktuell. Die Story ist logisch aufgebaut – aber kaum vorherzusehen. Das Ende: Eine explosive Überraschung.

Und zurück bleibt irgendwie: Ein mulmiges Gefühl.

Steffen Jacobsen:
Bestrafung
Heyne, 512 Seiten

Totenprediger – Thriller mit Garantie für schlaflose Nächte

totenprediger

Ganz frisch auf dem Markt – ein guter Start in das neue Thriller-Jahr: Ein grandioser Thriller ist Mark Roberts da gelungen. Mit „Totenprediger“ liefert der Autor einen Auftakt zu einer Reihe um die Ermittlerin Eve Clay, der Hunger auf mehr macht und für schlaflose Nächte sorgt. Die Handlung ist äußerst spannend, sehr überraschend – und nichts für schwache Nerven.

Inhalt: DCI Eve Clay hat den „Totenprediger“ Adam White vor Jahren ins Gefängnis gebracht. Mindestens 12 Morde gehen auf sein Konto. Plötzlich nimmt er Kontakt zu Eve Vlay auf – als sie gerade in den grausigen und blutigen Ermittlungen zu einem Fall steckt, bei der eine ganze Familie bestialisch ermordet wurde. Die Morde rühren an Bildern aus der Vergangenheit, und auch Adam White tut dies. Er kündigt Eve Clay an, dass es noch weitere Morde geben wird, wenn die Ermittlerin nicht ihrer eigenen Bestimmung auf den Grund geht.

Meine Meinung: Rasant, blutig, temporeich, spannend und sehr überraschend – kurzum: Ein sehr guter Thriller, fast auf dem Niveau von Cody McFadyen. Eve ist eine starke Ermittlerin, als Leser erlebt man jedoch ihre Gefühle mit, kommt dem Charakter sehr nahe, fiebert geradezu mit. Das ist es auch, was mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ. Die Handlung steckt voller Überraschungen – aber auch manchmal voller Humor. Die Handlung baut sich rasant auf und zieht einfach mit. Absolut empfehlenswert – und bei Schlafstörungen nicht geeignet.

Mark Roberts
Totenprediger

Ich bin der Schmerz – Thriller mit Überraschung

Keine zwei Tage habe ich gebraucht, da hatte ich „Ich bin der Schmerz“ von Ethan Cross schon wieder durchgelesen. Ein kurzes Lesevergnügen (nicht weil das Buch zu dünn, sondern zu spannend ist) mit fesselnder Story und überraschenden Wendungen.

Zum Inhalt: Der dritte Fall, der den Ermittler Marcus Williams eng mit seiner eigenen Vergangenheit in Verbindung bringt, ihn in die Schatten seiner Herkunft blicken lässt. Der „Anstifter“ bringt unbescholtene Menschen mit perfiden Erpressungsmethoden dazu, zu Mördern zu werden. Weigert der Erpresste sich, bekommt er seine Familie in Einzelteilen zurück. Grausam und krank ist der Anstifter – und der Vater von Marcus Williams. Der macht Jagd auf den Schatten seiner Vergangenheit und bekommt dabei tatkräftige Hilfe von seinem Bruder Francis Ackermann Jr. – einem grausamen Serienkiller.

Meine Meinung: Spannend bis in die letzte Zeile. Absolut lesenswert für Fans von Thriller, von Cody McFadyen und von rasanten, grausamen Handlungen mit viel Blut, Details und Einblicken in kranke Geisteswelten.
Die Handlung ist rasant und ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Es gibt überraschende Wendungen, kaum Vorhersehbares und unglaublich Böses. Der dritte Band der Reihe um Marcus Williams und seinen Bruder Francis Ackermann Jr. ist Ethan Cross mit Abstand am besten gelungen. Er gewährt tiefe Einblicke in die Gedankenwelten der spannenden und glaubwürdigen Figuren – und zeigt, dass es nicht Schwarz und Weiß, Gut und Böse gibt, sondern auch Grauschattierungen und den festen Willen, Gutes zu tun – auch wenn wirklich „einschneidende“ Erlebnisse aus der Kindheit dies unmöglich scheinen lassen. Ich will nicht zu viel verraten, aber meine Sympathiepunkte bei den Charakteren habe ich eindeutig neu verteilt. Ethan Cross schafft es, einen der schlimmsten Serienkiller Amerikas zu einem Publikumsliebling zu machen. Ich freue mich auf weitere Bücher der Reihe!Kaum zu glauben, dass ich den ersten Teil nur gekauft habe, weil das Cover mich magisch anzog: Ganz in schwarz gehalten, selbst der Schnitt. Nur dort lesbar: Der Titel und Autor in weiß. Der zweite Band erscheint komplett in Blutrot. Der aktuelle Teil nun ist komplett steril weiß, rein und umso unheilverkündender.

Die Shepherd-Serie von Ethan Cross im Überblick:

    1. Ich bin die Nacht
    2. Ich bin die Angst
    3. Ich bin der Schmerz
    4.  Ich bin der Zorn

Nebelkind – Wenn Kinder zu Mördern ausgebildet werden

Spannende Krimis passen prima in den Leseherbst: Draußen wird es dunkel, düster wird es im Buch. Da tauche ich gerne, eingekuschelt und mit Tee ausgerüstet, in die Abgründe der Menschheit ein. Diesmal geht es um skrupellose Menschen, die Kinder zu Killermaschinen „umprogrammieren“….

Inhalt: Ein neunjähriger, völlig unbekannter Junge wird zum Mörder. Er erschießt den Leiter des Amtes für Migration. Aber Warum? Bevor die Ermittler den Jungen finden und befragen können, wird er tot aufgefunden. Und das ist ziemlich perfide: Der Junge wurde offenbar jahrelang misshandelt – und im Nacken trägt er den Namen „Thanatos“, den Namen einer griechischen Todesgottheit. Das verstört die ermittelnde, sonst so kühle Staatsanwältin, die keine Erinnerung an ihre Kindheit hat. Denn auch sie trägt einen solchen griechischen Namen in den Nacken eingeritzt. Auf eigene Faust beginnt sie, zu ermitteln – nicht nur in dem Mordfall Hans Juhlen und „Thanatos“, sondern vor allem in ihrer eigenen Vergangenheit. Wo kommt sie her? Was bedeuten ihre Albträume? Wer waren ihre Eltern? Nach und nach kommen die Erinnerungen zurück – und offenbaren die grausame Geschichte eines verängstigten Flüchtlingskindes.

Meine Meinung: Die Geschichte liest sich flüssig – und fesselt sofort. Denn ein mordendes Kind? Vielleicht sogar eine ganze mordende Kinderarmee? Der Gedanke ist schon ziemlich perfide und erschreckend. Gut verwoben sind verschiedene Kapitel mit Rückblicken, mit den Ermittlungen der Polizei und den Ermittlungen der Staatsanwältin Jana Berzelius. Ich habe schnell eine gewisse Sympathie – oder zumindest Mitgefühl – für einige Charaktere entwickelt, trotz vertuschter Morde und einer kühlen, unnahbaren Arroganz. Die Auflösung des Falles, bzw der Fälle, ist kompliziert und teilweise sehr überraschend.das Miträtseln und Mitfiebern lohnen sich also.

Angenehm finde ich den sehr schnörkellosen Erzählstil von Emelie Schepp. Er macht das Buch sehr gut lesbar und verzichtet (meistens) auf unnötige Längen. Manchmal hätte ich mir sogar ein paar Details mehr gewünscht.

Fazit: Ein lesenswerter und spannender Skandinavien-Thriller mit aktuellem Bezug zum Thema Flüchtlinge und Migration, einer ungewöhnlichen Geschichte und einem gelungenen Aufbau.

Nebelkind von Emelie Schepp

Nebelkind von Emelie Schepp

Nichts für schwache Nerven – Die Blutlinie

Wer es gerne spannend mag, der ist bei dem texanischen Autor Cody McFadyen genau richtig. Sein Thriller „Die Blutlinie“ hat alles, was ein Buch braucht, dass den Leser schonmal bis in die Nacht wach hält – denn der Nervenkitzel und die spannenden Wendungen lassen einen kaum zur Ruhe kommen, bis der Fall nicht gelöst ist. Und irgendwie lässt er auch ein erschütterndes Gefühl zurück.

Inhalt: In dem Buch, das nur der Auftakt zu einer Serie ist, geht es um die FBI-Agentin Smoky Barrett. Wie ein guter Protagonist hat sie Ecken und Kanten, hat traumatisches erlebt und ist nach dem Mord an ihrer Familie eigentlich noch gar nicht wieder bereit für den Einsatz. Weil jemand eine Freundin aus Jugendtagen ermordet, wird sie jedoch wieder reingesogen in die grausame Wirklichkeit und die Abgründe der Menschheit. Der Täter hält sich für den Nachfolger von Jack the Ripper und hinterlässt eine blutige Linie – und ein traumatisiertes Opfer.

Meine Meinung: Das Buch ist blutig, gruselig, fesselnd und trotz mancher Klischees über das FBI absolut lesenswert – am besten, wenn man in der Nacht nicht alleine im Bett liegen muss. Die Story ist nichts für schwache Nerven, denn die Gewaltszenen werden detailreich ausgeschmückt und schleichen sich sehr bildlich vor das geistige Auge – aber auf jeden Fall ist das Buch etwas für Fans von Krimis und Thrillern. Smoky Barrett klärt ihre Fälle auf etwas andere Weise, denn sie kann denken wie die grausamsten Mörder. Eine reine Ermittlerin ist sie nicht, denn die Psyche der Täter spielt eine große Rolle beim Lösen der Fälle. Damit schafft Cody McFadyen eine geniale Mischung aus „Criminal Minds“ und „Navy CIS“, die den Leser in einer dichten, spannenden handlung in das Buch hineinzieht.

Cody McFadyen „Die Blutlinie“, Bastei-Lübbe 2008, 480 Seiten, 9,99 Euro

Weitere blutig-spannende Fälle von Smoky Barrett sind bereits erschienen. Die gibt es in folgender Reihenfolge:

Die Blutlinie: Smoky Barretts 1. Fall
Der Todeskünstler: Smoky Barretts 2. Fall
Das Böse in uns: Smoky Barretts 3. Fall
Ausgelöscht: Smoky Barretts 4. Fall

 

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