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Guter Start – überflüssige Fortsetzung

Die Selection-Reihe spielt im Königreich Illeá. Dies liegt in dem dystopischen Roman im Amerika der Zukunft. Die Gesellschaft ist in Kasten eingeteilt, ein Königshaus regiert das Land. Den ersten Band der Selection-Reihe habe ich hier bereits rezensiert und ich fand die Story wirklich überraschend neu und interessant. In den ersten drei Bänden der fünfteiligen Serie geht es um ein Casting, bei dem der Prinz von Illeá unter den Frauen des Königreiches seine Braut sucht. Es war romantisch und süß, wie sich die Liebesgeschichte zwischen Maxon und der Hauptfigur America Singer wohl entwickeln mag – und ob sie sich überhaupt entwickelt. Kurzum: Ich habe die drei ersten Teile verschlungen.

Nun haben AutorenSelection -  Die Kronprinzessin manchmal die unselige Eigenschaft, erfolgreiche Romane weiterzuführen. Kiera Cass setzt im vierten Band der Selection-Reihe und erzählt die Geschichte der Kronprinzessin, Maxons Tochter Eadlyn. Und diese Protagonistin ist nun gar nicht so sympathisch, wie einst America Singer. Eadlyn ist eine verwöhnte, zickige und nur aufs oberflächliche bedachte Prinzessin, die ganz nebenbei von Papa im Regieren ausgebildet wird. Und weil das Land immer noch unruhig ist, soll auch Töchterchen ein Casting machen, um ihren Traumprinzen zu finden. Da hat Eadlyn natürlich gar keine Lust drauf – lässt sich aber unter Gemecker und Gezicke doch noch von ihren Eltern überreden. Mehr schlecht als recht macht sie also beim Casting mit. Bei einer Parade wird sie allerdings vom Volk mit fauligem Obst beworfen und ihr Zwillingsbruder steckt ihr irgendwann sehr direkt, wie wenig das Volk sie mag, weil sie eben so ein oberflächlichesSelection - Die Krone Prinzesschen ist.

Es kommt wie es kommen muss: Der Verlauf der Geschichte ist einfach unglaublich flach, unglaubwürdig und vorhersehbar. Eadlyn merkt selbst, wie oberflächlich und verwöhnt sie ist, weint ein bisschen – und ändert sich total. Sie ist nett zu den Männern, wundert sich, dass alle nett zu ihr sind. Wird seriös und toll und lieb und nett und denkt an das Volk und an alle und sowieso. Sie wird nebenbei noch schnell innerhalb von einer Woche zur Königin gekrönt und findet überraschend ihren Traumprinzen. Der eigentlich gar nicht so überraschend war. Aber hier fehlt die witzige, romantische Liebesgeschichte und das Genecke, das die Geschichte von America Singer und Maxon ausgemacht hat. Die Geschichte ist einfach nur flach, Eadlyn ist völlig unglaubwürdig – vor allen Dingen in ihrem plötzlichen Gesinnungswandel. Und auch die Handlung an sich ist schlicht unglaubwürdig – wer das Ende gelesen hat, weiß schnell was ich meine.

Also mein Fazit: Wer ein bisschen romantische Unterhaltung mit Humor sucht, der sollte zu den ersten drei Bänden greifen. Die kann ich nur empfehlen. Die Fortsezungen mit Töchterchen Eadlyn sind meiner Meinung nach aber völlig überflüssig und ergänzen bei mir einfach nur die Reihe. Den letzten Band mochte ich schon gar nicht mehr – ahbe ihn aber der Vollständigkeit halber zu Ende gebracht.

Lob aber an das Cover: Die sehen genauso schick aus, wie die Buchcover der ersten drei Bände. Sieht im Regal also nett aus. Außen also hui und passend zur Prinzessinnen-Geschichte.

Die Selection-Reihe:

  1. Selection
  2. Selection – Die Elite
  3. Selection – Der Erwählte
  4. Selection – Die Kronprinzessin
  5. Selection – Die Krone

von Kiera Cass
erschienen im FISCHER Verlag