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Papierjunge – Schwedenkrimi um eine jüdische Sage

Das neueste Werk der schwedischen Thriller-Autorin Kristina Ohlsson hat mich absolut in seinen Bann gezogen – nicht sofort von der ersten Seite, aber spätestens nach der Entführung zwei kleiner Jungs mitten im eiskalten Winter in Stockholm.

Zum Inhalt: Der Papierjunge sucht sich nachts ein Opfer. Er entführt das Kind und tötet es. Der Papierjunge ist eine Sagengestalt, von der man sich in einem Kibbuz in Jerusalem erzählt. Doch plötzlich scheint er zum Leben zu erwachen – mitten in Stockholm. Erst stirbt eine Kindergärtnerin, kurz darauf werden zwei Jungs entführt. Sie alle stammen aus der gleichen jüdischen Gemeinde. Die Ermittler Fredrika Bergman und Alex Recht versuchen verzweifelt und mit allen Mitteln, die Fälle zu lösen und die entführten Kinder zurückzubringen. Ein grausames Verbrechen aus der Vergangenheit zieht sich schließlich bis in die Zukunft und fordert Tribut.

Meine Meinung: Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf, hat mich aber spätestens mit der Entführung der beiden Jungs völlig gefesselt. Die Geschichte rund um den Papierjungen ist großartig, spannend und fließend erzählt und absolut mitreißend. Zwischendrin geben kurze Kapitel einen Blick in die Zukunft frei, wo die Kinder und der Mann einer unbenannten Frau getötet werden. Auf diese grausame Situation läuft die gesamte Story hinaus, nimmt Fahrt auf und steuert rasant darauf zu. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, wer die Frau ist, deren Familie ausgelöscht werden soll. Eine Ahnung hatte ich früh, doch die wird schlagartig gekippt – wenn man auf die Details achtet. Das Ende kommt überraschend, löst die gesamte, verwickelte und spannende Geschichte aber in sich logisch – wenn auch brutal und aufregend – auf.

Kristina Ohlsson
Papierjunge
Limes-Verlag, 565 Seiten

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