Tag-Archiv | Fantasy

Exkarnation – gute Idee, faszinierende Geschichte

Was passiert mit der Seele, wenn der Mensch stirbt? Diese Frage beantwortet Markus Heitz in „Exkarnation – Krieg der Alten Seelen“ mit einer guten Idee, die in sich logisch ist: Die Seelen wandern in eine Art Ursuppe. Manche jedoch sind sehr mächtig – oder wollen einfach nicht die Erde verlassen. Und so wandern sie in einen anderen Körper und leben weiter.

Zum Inhalt: Claire muss zusehen, wie ihr Mann erschossen wird. Sie will ihm helfen, doch wird von einem Auto überfahren. Sie ist sofort tot – und auch wieder nicht. Denn sie erwacht im Körper der Selbstmörderin Lene von Bachstein. Ihr Wunsch, den Mörder zur Rechenschaft zu ziehen war so groß, dass ihre Seele an der Erde festhielt. Und so schnappte sie einer anderen, wartenden und uralten Seele den Körper vor der Seelennase weg. Damit landet Lene/Claire mitten in einem mystischen Krieg rund um Macht, Mystik und unglaubliche Fähigkeiten.

Meine Meinung: Ich mag dieses Buch sehr. Die Story ist eine erfrischend andere Fantasy-Geschichte, die die Spannung von einem Thriller mitbringt. Die Idee der Seelenwanderung ist natürlich nicht neu. Aber die Umsetzung bei Markus Heitz ist sehr gelungen: Unentdeckt von den Normalsterblichen existieren manche Seelen seit Jahrtausenden. Einige sind besonders gut – andere besonders böse. Und sie bekriegen sich seit Jahrtausenden. Mittlerweile haben sie die Seelenwanderung fast perfektioniert. Denn mit jedem Körperwechsel bekommt die uralte Seele ganz neue, unglaubliche Fähigkeiten. Manche Seelen etwa werden so charismatisch, dass ihnen jeder Mensch folgt – so erklärt Heitz auch Hitler zum Seelenwanderer. In ihm steckte eine besonders böse, alte Seele.

Einziger Nachteil: Jeder Seelenwanderer braucht hin und wieder einen neuen Körper. Und der darf noch nicht lange tot sein. So bringen Assistenten einer alten Seele Lene von Bechstein zum Selbstmord – damit ihre Herrin in diesen Körper schlüpfen kann, der auf Erden viel Geld und Möglichkeiten hat. Bis Claire dazwischenschlüpft und einer anderen Organisation im Krieg gegen die bösen Seelen hilft. Daneben flechtet Heitz gekonnt Figuren aus anderen seiner zahlreichen Fantasy-Werke in die vielschichtige Story ein.

Die Charaktere sind glaubhaft und abwechslungsreich. Die Story rasant und spannend. Die verschiedenen Erzählungen aus dem Roman laufen in atemberaubender Spannung aufeinander zu – und enden natürlich nicht im ersten Band. Zum Glück steht der zweite schon im Regal! Wer den Stil von Markus Heitz und moderne Fantasy mag, der sollte sich diese Bücher unbedingt zulegen, auch wenn sie ganz anders sind, als die Zwerge.

Markus Heitz
Exkarnation – Krieg der alten Seelen
608 Seiten

Droemer/Knaur

2. Teil:
Exkarnation – Seelensterben
656 Seiten
Droemer/Knaur

Endgame. Die Auserwählten – ein langer Kampf rund um die Welt

Der Kampf um das Überleben nur eines einzigen von zwölf Geschlechtern geht weiter. James Frey lässt im zweiten Teil seiner Endgame-Trilogie wieder grausam morden, kämpfen, lieben und jagen. Aber irgendwie wünschte ich mir langsam, dass diese Jagd ihrem Ende zuginge – auch wenn das Buch, die Story, die Idee nicht schlecht sind. Dabei fehlt noch ein Band zum Ende.

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Zum Inhalt: Zwölf Auserwählte sind zu Endgame angetreten. Drei haben den ersten Band nicht überlebt. Das Spiel um Leben und Tod ist damit noch lange nicht zu Ende. Sara hat eine schmerzhafte Entscheidung getroffen, den Erdschlüssel bekommen und damit die Katastrophe – das Endgame – erst ausgelöst. Nun sucht sie mit Jago nach dem Himmelsschlüssel. Aber auch die anderen Spieler sind hinter ihr und den Schlüsseln her – und zu allem Überfluss verlangt Jagos Familie, dass er Sara tötet. An Liu nutzt die Technik und das Internet, um den Spielern das Leben schwer zu machen. Und Baitsakhan will einfach nur Töten.

Meine Meinung: Viele Aspekte, viele Charaktere, viele Grausamkeiten und viel Action. Leider aber auch manchmal zu viel Inhalt, zu viel Story. Die Idee rund um den Kampf ums Überleben mit der gesamten Erde als Spielfeld und Außerirdischen als Spielemachern mag ich sehr. Ich mag auch einige Spieler sehr – bei manchen ist es wirklich traurig, wenn sie sterben. Aber das Buch fesselt mich nicht zu 100 Prozent. Mehr so zu 75 Prozent. Wenn ich lese, dann lese ich gerne. Aber wenn ich es aus der Hand lege, dann fühle ich mich nicht gezwungen, sofort weiterlesen zu wollen, weil ich unbedingt das Ende kennen muss. Schließlich kommt ja noch ein dritter Teil. Und ich hoffe, dass der mehr Überraschungen und Wendungen bietet. Denn der zweite Teil zieht für mich die gesamte Story im Moment doch etwas zu sehr in die Länge – auch wenn er durchaus seine Höhepunkte hat. Aber manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass man die durchaus spannende Story auch in einem oder zwei Teilen erzählen könnte.
Interessant und ein echt abwechslungsreiches Leseerlebnis bieten allerdings wieder die Krypto-Rätsel, die über das gesamte Buch verteilt sind. Sie sind nicht wichig für die Story, können überlesen werden. Aber wer Spaß an kniffeligen Rätseln hat und nebenbei wertvolle Preise gewinnen möchte, der ist hier gut aufgehoben.

von James Frey,
erschienen bei Oetinger

1. Endgame – Die Auserwählten: Band 1

2. Endgame – Die Hoffnung: Band 2

3. Endgame – Die Entscheidung: Band 3

 

Magie – Fans von Sonea werden verzaubert sein

Ja, im Moment hat es mir die Fantasy angetan -vor allem die zauberhafte Welt von Imardin, die Trudi Canavan so detailreich und liebevoll geschaffen hat. Nach der Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ rund um Sonea und den Hohen Lord Akkarin habe ich „Magie“ geradzu verschlungen. Es war die perfekte magische Strandlektüre.

Inhalt: „Magie“ spielt hunderte Jahre, bevor Sonea geboren wurde. In dem Buch erzählt Trudi Canavan die Geschichte von Tessia, einem jungen Mädchen, das eigentlich Arzt werden wollte, als sie plötzlich ihre magischen Fähigkeiten entdeckte. Die Geschichte spielt mitten in der Zeit der Invasion Kyralias durch die Sachakaner und erzählt, wie die Gilde ihren Anfang nahm, wieso in Kyralia schwarze Magie verboten ist und wie die junge Tessia als erste Magierin ihre Fähigkeiten einsetzte, um Menschen zu heilen und damit ein neues magisches Gebiet erschloss. Aber auch eine junge Sachakanerin, die sich so gar nicht den Männern unterordnen will, spielt eine große Rolle im zweiten Teil des Buchs.

Meine Meinung: Es ist das Rezept von Trudi Canavan: Ein junges Mädchen, vom Schicksal auserkoren, stellt sich Widrigkeiten, übermächtigen Feinden und wächst an den Herausforderungen über sich selbst hinaus, um die ihr bekannte Welt zu retten. Dabei revolutioniert sie ganz nebenbei die bekannten Gesellschaftsstrukturen, weil sie sich nicht fügen will, nur weil sie eine Frau ist. Dabei sind die Werke von Canavan eindeutig nicht nur Frauen-Lektüre. Auch für die männlichen Fantasy-Fans gibt es genug Anreize, um die vielschichtigen Figuren, die Spannungen und Kriege und die magische Welt von Kyralia zu erkunden.

Die Figuren sind gut gezeichnet, sehr vielschichtig, lassen den Leser mitfiebern, sich in sie hineinversetzen und das Buch verschlingen, denn sie haben anrührende Geschichten. Es hat in mir am Strand den „Geht-schon-mal-ohne-mich-ins-Wasser“-Effekt hervorgerufen, denn „Magie“ ist spannend und mitreißend geschrieben. Ähnlich wie bei der Gilde-Trilogie ist die romantische Geschichte der Protagonistin sehr dezent gehalten und bestimmt nicht die Handlung und die Entwicklung der jungen Frau. Vielmehr ist sie ein – mehr oder weniger – überraschendes Endprodukt, dass mich das Buch mit einem guten Gefühl abschließen ließ. Für mich müssen die Protagonisten immer ein Happy End fürs Herz bekommen.

Tipp: Wer „Die Gilde der schwarzen Magier“ mag und die Trilogie „Sonea“ ebenfalls lesen möchte, der sollte unbedingt vor der „Sonea“-Trilogie zu „Magie“ greifen – denn dieses Buch erklärt viele Zusammenhänge und stellt die Verräterinnen vor, die in späteren Zeiten eine große Rolle spielen sollen.

 

Eden Academy – denn sie wissen was du tust

Viele Menschen schauen sich nicht mehr an, reden im Zug nicht miteinander, sehen die Sterne nicht mehr – denn sie schauen nur nach unten auf ihr Smartphone. Das merkt sich deren Geschmack, berechnet Gefahren und Chancen, bestellt für die Besitzer sogar im Restaurant. Eine App als Entscheidungshilfe nimmt den Menschen das Denken über Alltägliches ab. Und alle Freunde sehen jederzeit, wo man ist. Denn das Handy postet alles.

Inhalt: Klingt gar nicht so weit hergeholt. In der Realität ist es noch nicht ganz so schlimm. In Eden Academy spielt sich in wenigen Jahren schon in der Zukunft alles genauso ab. Das hat Vorteile – aber nicht nur. Das muss auch Rory feststellen. Ihr Leben läuft normal, sie lässt alles von ihrer App entscheiden, lernt viel und wird schließlich an der berühmten Eden Academy angenommen. Diese Schule bildet die Intelligentesten Menschen aus und macht sie zu den Führungskräften von morgen. Ein ehemaliger Absolvent hat mit seinen Ideen und seiner Firma Apple vom Markt gedrängt, indem er ein Smartphone kreiert hat, dass den Menschen das Leben leichter macht und die rationalsten Entscheidungen für sie trifft. Doch in Rory meldet sich plötzlich der Zweifel – die innere Stimme, die als arational gilt und die angeblich nur psychisch kranke Menschen hören. Rory fängt an, dieser Stimme zu vertrauen und entdeckt ein großes, schreckliches Geheimnis, indem sie auf den Spuren ihrer verstorbenen Mutter wandelt.

Meine Meinung: Der Jugend-Phantasy-Roman bannt mit einer spannenden Geschichte, die gar nicht so weit hergeholt scheint. Das Buch zeigt, was passiert, wenn der Mensch nur noch der künstlichen Intelligenz vertraut – und wie heilsam es ist, manchmal auf den Bauch zu hören. Ganz nebenbei gibt es natürlich eine kleine Liebesgeschichte, die aber nicht kitschig wird und das Buch auch nicht dominiert. Für junge Leser ein geeignetes, spannendes Buch, aber auch für die älteren Fans von Phanatsy, Spannung und Verschwörungstheorien.

Eden Academy – du kannst dich nicht verstecken von Lauren Miller, erschienen bei Ravensburger. 

Die Rebellin- Sonea, die Geschichte einer Zauberin

Um Zauberer geht es in der Trilogie von Trudi Canavan – allerdings ist diese Geschichte ganz anders als Harry Potter und Co. es gibt keine Zaubererschule und keine versteckte Parallelwelt. Die Zauberer leben in der Gilde in der Stadt Imardin. Dort lernen sie, ihre Kräfte zu kontrollieren.

Inhalt: Sonea lebt im ärmlichen Hüttenviertel vor der Stadt – und natürlich hasst sie die Gilde. Zauberer sind für sie böse. Doch plötzlich entwickelt sie selbst Zauberkräfte und die Gilde sucht nach ihr. Aus Angst begibt Sonea sich lieber in die Hände der Diebe. Doch ihre magischen Kräfte beginnen ein Eigenleben zu entwickeln.
Trudi Canavan erfindet eine spannende, konfliktgeladene Welt, in der die Armen kaum überleben und die Reichen sie aus der Stadt aussperren und auf sie hinabblicken. Sonea ist eine spannende, starke und intelligente Persönlichkeit, die sich schnell entwickelt von der verängstigten und überraschten und unkontrollierten angehenden Zauberin zur wissbegierigen Novizin.
Sie ist so wissbegierig, dass sie innerhalb der Gilde ein dunkles Geheimnis aufdeckt, das gefährlich für die gesamte Stadt ist und alles verändern könnte. Unterstützung bekommt Sonea von einem Freund aus den Hütten, einem erfahrenen Magier und einem neugierigen Zauberer.

Meine Meinung: Das Buch ist für Fans von Fantasy absolut lesenswert. Die Rebellin bildet einen spannenden und fesselnden Auftakt zu einer vielversprechenden Trilogie. Die beiden weiteren Teile warten schon auf mich.

Die Romane der Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ von Trudi Canavan:

1. Die Rebellin
2. Die Novizin
3. Die Meisterin

 

Mindjack – eine ehrliche Welt, wenn jeder Gedanken lesen kann?

Die Trilogie:
1. Open Minds – Gefährliche Gedanken
2. Closed Hearts – Gefährliche Hoffnung
3. Free Souls – Gefährliche Träume

Stell dir vor, es gibt plötzlich einige Menschen, die Gedanken lesen können? Was würde passieren? Geheimdienst und Wissenschaftler könnten sie wegsperren und Versuche mit ihnen machen. Würdest du es gut finden und deine Gedanken in Sicherheit wähnen? Oder würdest du dagegen kämpfen?

Inhalt: In der Mindjack Trilogie sind die Menschen längst Gedankenleser, trotz der Versuche des FBI. Es gibt keine Geheimnisse, Politiker sind alle ehrlich, denn jeder hört ihre Gedanken. Nicht ganz jeder: Kita zum Beispiel ist eine Null. Sie kann keine Gedanken hören. Sie ist ein Niemand, wird ignoriert, manchmal gequält. Nur ihr Leser-Freund Raf hält zu ihr.
Und plötzlich ist Kira etwas besonderes: sie kann sich in die Köpfe der Leser jacken, sie kontrollieren, ihnen Gedanken eingeben oder Erinnerungen löschen. Es ist eine neue Stufe der Evolution. Es gibt viele Jacker. Aber Kiras Fähigkeiten sind besonders. Und natürlich will das FBI sie, um an ihr zu forschen. Denn sie kann mehr als die anderen Leser, die bereits weggesperrt und erforscht wurden. Und was tust du? Hast du Angst? Unterstützt du die Politiker, die mindjacker ausrotten und wegsperren wollen?

Meine Meinung: Die Idee hinter den Büchern rund um Kira ist eine völlig neue Idee und eine erfrischend andere Dystopie. Die Geschichte ist mitreißend – und regt zum Nachdenken an. Zuerst wird Kira gemobbt. Weil sie anders ist, schlechter. Dann wird sie verfolgt, ihre Familien und ihr Freund Raf werden bedroht – weil Kira plötzlich etwas Besonderes ist. Die Menschen haben Angst vor ihr – denn niemand kann in ihren Kopf schauen. Niemand weiß was sie denkt und ob sie die Wahrheit sagt. Alle haben Angst, ob Kira nicht ihre Gedanken kontrolliert, verändert.

In dieser Welt versucht Kira sich zu verstecken, ihre Liebsten damit zu beschützen. Sie will einfach ein normales Leben führen, sich als Leser ausgeben. Innerhalb der Trilogie macht sie jedoch eine Wandlung durch. Sie wächst an den Herausforderungen und Ungerechtigkeiten und merkt schließlich, dass sie sich nicht mehr verstecken kann, nachdem ihr Schicksal eine herzzerreißende und ungerechte Wendung genommen hat. Und dann ist ihre Familie auch nicht das, was sie zu sein scheint. Jahrelang wurde Kira nur belogen.

Fazit: Das Buch ist locker geschrieben und zieht schnell in die Handlung hinein. Ich bin der einzige Mensch, der in Kiras Kopf schauen und das Geschehen aus ihrer Sicht erleben kann. Es ist kontrovers, spannend und voller Zweifel und ethischer Probleme. Manchmal hat das Buch unnötige Längen, doch größtenteils hat es mich gefesselt.

Der dritte Band der Mindjack-Trilogie erscheint am 9. April 2015 in Deutschland. Ich habe das Buch schon jetzt vorbestellt, damit ich pünktlich erfahre, wie es mit Kira weitergeht. Und mit ihrer großen Liebe Raf, für die sie in brennende Häuser und größte Gefahren läuft. Denn eine Liebesgeschichte darf bei einer solchen Dystopie natürlich nicht fehlen.
Für die Wartezeit bis April gibt es eine Kurzgeschichte. Raf erzählt den Anfang der Geschichte aus seiner Sicht auf 26 Seiten. Allerdings kann diese Sicht nur lesen, wer auch einen E-Book-Reader hat. Weitere Kurzgeschichten aus der Sicht anderer Akteure gibt es auch bereits auf Englisch.

Magisterium – Kann eine Seele sich ändern?

Ein bisschen „Harry Potter“, ein bisschen „Chroniken der Unterwelt“ und das Ganze vermischt mit Cassandra Clares und Holly Blacks kurzweiligen, jugendlichen Schreibstilen – fertig ist ein neuer Roman aus der Welt der Zauberer. In „Magisterium – der Weg ins Labyrinth“ herrscht von Anfang an Spannung. Denn das Buch beginnt mit der Aufforderung einer toten Zauberin, ihr Baby zu töten. Doch der Vater entdeckt Mutter und Sohn – und erkennt das Geheimnis, das hinter dem Wunsch der toten Mutter steckt. Alastair will der Welt dennoch trotzen und zieht Callum Hunt auf. Er erzieht ihn zur Angst vor der Welt der Zauberer und versucht, ihn von dort fernzuhalten. Das muss natürlich scheitern.

Meine Meinung: Callum Hunt ist kein Charakter, bei dem der Leser sofort Sympathie empfindet, sondern bestenfalls Mitleid. Er humpelt, hat keine Freunde, benimmt sich griesgrämig und verstockt. Nach und nach gewinnt er Freunde, findet Gefallen an der Zauberwelt, doch er entdeckt auch die dunkle Seite. Es scheint sich ein Konflikt anzubahnen zwischen Freundschaft und Erbe, zwischen Seele und Erbe – und der großen Frage, ob ein Mensch sich ändern kann. Damit endet das Buch allerdings auch – und verspricht eine spannende Fortsetzung. Dieser Jugend-Fantasy-Roman ist auch für Erwachsene, die die Welt der Zauberer lieben, gut geeignet und schnell gelesen. Denn das große Geheimnis am Ende des Buches kommt überraschend und will erkundet werden. Den direkten Vergleich zur großartigen „Harry Potter“-Serie sollte man allerdings vermeiden, wenn man sich selbst die Lesefreude nicht trüben will. „Magisterium“ ist gut, unterhaltsam und spannend – aber eben anders, als die Geschichte um den bekanntesten Zauberlehrling.

Holly Black, Cassandra Clare: Magisterium. Der Weg ins Labyrinth. Bastei-Lübbe 2014, 332 Seiten, 14,99 Euro.

Weitere Teile sollen folgen.