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Deadline – Psychokrimi mit überraschender Wendung

Manchmal ist alles ganz anders, als es scheint.

Zum Inhalt: Catherine jedenfalls ist gut darin, den Schein zu wahren. Da gab es diesen einen tag vor 20 Jahren, der ihr Leben veränderte. Aber sie ließ sich nichts anmerken, spielte ihrem Sohn und ihrem Mann Ehefrau und Mutter, machte Karriere, wurde sehr erfolgreich. Und plötzlich liest sie ein Buch, das irgendwie auf ihrem Nachttisch gelandet war. Sie erkennt sich selbst in der Protagonistin – und die Geschichte, die sich vor 20 Jahren abgespielt hat und für immer ihr Geheimnis bleiben sollte.
Der Autor Stephen Brigstocke kennt Catherine nicht, aber er hasst sie für das, was sie getan hat. Sie soll leiden. Und das tut sie, seit sie in dem Buch gelesen hat – denn es endet mit ihrem gewaltsamen Tod.

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Meine Meinung: Ich habe das Buch mehr aus Zufall in die Hände bekommen. Aber zum Glück habe ich es in die Hände bekommen. Die Story hat mich von Beginn an mitgerissen. Ich fand die Idee gut, dass jemand ein düsteres Geheimnis aufdeckt und es als Roman herausbringt. Schließlich hat der Autor Beweise: Es gibt Fotos von der schändlichen, verruchten Catherine. Aber ist die Wirklichkeit so, wie sie scheint?
Die Handlung hat einen interessanten Twist, den ich etwa ab dem letzten Drittel geahnt habe. Es gibt bei diesem Twist kleinere logische Fehler, die mich aber beim Lesen nicht gestört haben. Ich musste trotzdem gebannt zu Ende lesen, um zu sehen, ob ich recht hatte.
Die Charaktere waren glaubhaft, hatten Tiefe, haben wirklich gelitten. Das hat die Autorin gut herausgearbeitet. Ich mag den Krimi, weil er sich mehr auf der psychischen, als auf der mordenden Ebene abspielt. Das bevorzuge ich bei spannendem Lesestoff. Die Handlung baut sich auf, ist nicht zu rasant, hat aber auch keine unangenehmen Längen – sondern hält einfach die Spannung ohne Mord und Totschlag. Gut gelungenes Werk von Renée Knight.

Renée Knight: Deadline
Goldmann-Verlag
352 Seiten
erschienen: 2015