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Tolles Weihnachtsgeschenk für Potter-Fans

Pünktlich vor Weihnachten ist auch in diesem Jahr wieder ein wundervoller Schmuckband der Harry Potter-Reihe erschienen. Echte Potter-Fans freuen sich sicherlich, wenn das Buch unter dem Weihnachtsbaum liegt. Schaut doch einfach selbst mal hinein und lasst euch von den liebevollen, detaillierten Zeichnungen mit in die Welt der Zauberer nehmen.

hpDer Schmuckband enthält die Geschichte von Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Auf vielen Seiten sind die altbekannten Texte aber ergänzt mit Zeichnungen von Jim Kay. Er zeigt mit Farbe und Liebe zum Detail, wie er sich verschiedene Szenen in Harry Potter vorstellt. Hier und da ein kleiner Tintenklecks oder kleine Symbole sorgen für Farbe, wo es mal keine große Zeichnung gibt.

Mit dieser neuen, besonderen Auflage des zweiten Bands kann ich jedenfalls nochmal völlig neu in die zauberhafte Welt rund um Harry, Ron und Hermine eintauchen.

Mich hat Harry Potter durch meine Jugend begleitet. Ich lese viel und gerne, aber nie wieder hat mich ein Buch so gefesselt. Nie wieder gab es ein Buch, bei dem ich mich so auf die Veröffentlichung der Fortsetzungen gefreut habe, dass ich die Bücher direkt um Mitternacht am Erscheinungstag haben musste. Jeder, der, ebenso wie ich, in seiner Jugend mit Harry Potter aufgewachsen ist, weiß genau, was ich meine.

Deshalb habe ich mich im vergangenen Jahr auch so gefreut, als Harry Potter und die Kammer des Schreckens – der erste Band der Reihe – als illustriertes Exemplar auf den Markt kam. An Weihnachten habe ich vergeblich auf ein Päckchen im passenden Format gewartet und es mir dann eben direkt nach dem Weihnachtsfest selbst geschenkt. Ich habe mich vom ersten Moment an in dieses Buch verliebt und es hat direkt einen Ehrenplatz in meinem Regal bekommen. Und ich habe schon das ganze Jahr gehofft, dass auch die anderen Bände als Schmuckausgabe mit wundervollen Illustrationen erscheinen und mir genauso viel Freude bereiten. Ich wurde auf keinen Fall enttäuscht. Auch diesmal hat Jim Kay wieder ein besonderes Lese-Erlebnis geschaffen, bei dem es auf jeder Seite viel zu entdecken gibt.

Das Buch ist übrigens wieder nicht nur schön anzuschauen, sondern auch schön anzufassen. Es hat eine angenehme Haptik, einen hochwertigen, weichen Umschlag und einen Qualitäts-Druck auf hochwertigem Papier. Das Geld für die Schmuckausgaben lohnt sich daher meiner Meinung nach auf jeden Fall – auch wenn man die Bücher schon seit Jahren im Schrank stehen hat.

1. Harry Potter und der Stein der Weisen als Schmuckausgabe
2. Harry Potter und die Kammer des Schreckens als Schmuckausgabe

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Schmutziger Schnee – Spannender Krimi, komplizierte Hintergründe

Da liegt ein Toter in einem Hinterhof – könnte ein ganz gewöhnlicher Mord sein. Wären da nicht so viele Ungereimtheiten. Ein Unbekannter hat den Mord beobachtet, den Notruf alarmiert – und ist verschwunden. Die Wohnung des Toten wurde unmittelbar nach dem Mord von Unbekannten betreten. Der Ermittler Leo Junker muss sich des Falles annehmen. Und der ist ein typischer Ermittler in moderner Tatort-Manier: Vollgepumpt mit eigenen Problemen – und Medikamenten, von denen er einfach nicht loskommt. Ein Dr. House mit Polizeimarke.

Schnell entwickelt der eigentlich ganz normale Mord eine politische Brisanz. Das Opfer war Soziologe, hatte für eine Arbeit in politischen Gruppierungen geforscht, interviewte rechte und antifaschistische Mitglieder verschiedener Gruppierungen. Doch dann übernimmt der Geheimdienst die Ermittlungen, Leo Junker darf sich nicht mehr mit dem Fall beschäftigen Das weckt natürlich – wie nicht anders zu erwarten – den Ehrgeiz des kantigen Polizisten.

Spannend entwickelt sich die Geschichte um den Mord und die verwickelten Hintergründe in Leo Junkers zweitem Fall. Der Autor Christoffer Carlsson schreibt über einen Mord, dessen Auflösung gar nicht so einfach ist und zu einem unerwarteten Ende führt. Die politischen Verwicklungen allerdings sind kompliziert, die Schuldzuweisungen und die einzelnen Gruppierungen zwischen rechts und antifaschistisch ebenso. Allerdings hat der Fall eine große Akutalität angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen: Wie verhalten sich die rechten Gruppierungen, um bei Wahlen Stimmen zu gewinnen? Gehen sie über Leichen? Oder sind vielleicht die Antifaschisten diejenigen, die eher zur Gewalt greifen? Wer ist hier eigentlich der Böse? Und wie werden ganz normale junge Männer zu rechtsradikalen Schlägern? Werden sie gar zu Mördern?

Das Buch ist spannend, die Dramaturgie ausgefeilt. Ich wollte stets wissen, wer der Mörder ist und warum der Soziologe sterben musste. Das Buch hält durchgehend eine düstere und beklemmende Stimmung. Allerdings steht Schmutziger Schnee auf der Liste meiner liebsten Krimis nicht ganz oben. Auch gibt es sehr viel bessere Schwedenkrimis – etwa Stieg Larsson oder Lars Kepler. Dafür ist Schmutziger Schnee mir teilweise zu kompliziert. Und auch Leo Junker ist kein Ermittler, den ich mag. Er hat zu viele eigene Probleme, sollte eigentlich nicht im Außendienst sein, wirkt etwas undurchsichtig. Ich mag Ermittler mit Kanten, echte Charaktere, echte psychologische Tiefe. Aber mir gehen auch die Tatort-Folgen auf die Nerven, bei denen die Problem der Hauptpersonen ständig durchkommen – und nicht die Ermittlungen im Vordergrund stehen.

Christoffer Carlsson
Schmutziger Schnee: Thriller Bd. 2

C. Bertelsmann

schmutziger schnee

Bob, der Streuner – ein Kater fürs Herz

Ihr liebt Katzen? Oder ihr kennt jemanden der Katzen liebt und dem ihr eine Freude machen wollt? Ich kann „Bob, der Streuner“ von James Bowen nur empfehlen. Es ist ein herzzereißendes Buch über einen dickköpfigen (echten) Kater und eine besondere Freundschaft – und zeigt, wie sensibel Katzen wirklich sind.

bob

Inhalt: James Bowen schreibt über eine außergewöhnliche Episode seines eigenen Lebens: Er ist ein drogenabhängiger Straßenmusiker, gerade erst der Obdachlosigkeit entronnen, kämpft mit dem Entzug. Wie ein Hoffnungsschimmer taucht der Kater Bob in seinem Leben auf, auch wenn James Bowen noch nicht erkennt, was ihm der kranke Kater einmal bedeuten wird. Er päppelt ihn auf und versucht, den gesunden Streuner wieder in die Freiheit zu entlassen. Bob sieht das aber anders und bleibt bei James Bowen, geht mit ihm an seine „Arbeitsplätze“ – und macht ihn so berühmt. Auf der ganzen Welt spricht es sich herum: Da gibt es einen Straßenmusiker, auf dessen Schulter sitzt ein prächtiger Kater. Menschen kommen vorbei, machen Fotos, bringen Bob Geschenke mit. Und weil James Bowen nun jemanden hat, für den er da sein muss, bekommt er sein eigenes Leben in den Griff.

Meine Meinung: Ich liebe Katzen. Und Bob liebe ich ganz besonders. James Bowen hat mich mit seiner Geschichte berührt. Ich habe das Buch in wenigen Stunden geradezu verschlungen. Es ist einfühlsam, emotional und zeigt auf besondere Weise die Beziehung zwischen Mensch und Tier – und wie wichtig und einfühlsam Tiere sein können, um den Menschen wieder auf den richtigen Weg zu verhelfen, ihnen neuen Lebensmut zu geben. Wer Katzen mag, sollte Bob lesen und wird ihn lieben.

Weitere Titel:
Bowen, James: Bob und wie er die Welt sieht
Bowen, James: Ein Geschenk von Bob

Elektronische Bücher gegen echtes Papierwerk

So. Da ist er. Ganz plötzlich und unscheinbar. Und das obwohl ich mich jahrelang dagegen gewehrt habe. Ich bin Besitzerin eines E-Book-Readers. Dabei wollte ich genau das nie. Mein Freund wollte mir einmal einen zu Weihnachten schenken. „Bloß nicht!“, war meine undankbare Antwort, „Mit sowas werde ich mich nie anfreunden. Ich muss ein Buch in der Hand haben!“ Jetzt habe ich trotzdem einen. Selbst gekauft. Denn ein immer voller werdendes Bücherregal, die nicht mitwachsende Wohnung und nicht zuletzt ein Strandurlaub, bei dem mir doch tatsächlich der Lesestoff ausgegangen ist, haben mich überzeugt, es doch wenigstens mal zu testen.

Tja, da ist er. Ich werde das kleine schwarze Teil nie so lieben, wie ich jedes einzelne meiner Bücher liebe. Zu jedem kann ich eine Geschichte erzählen, weiß wo und warum ich es gekauft habe, welche Lesefreude es mir bereitet hat. Trotzdem werden mein E-Book-Reader und ich Freunde, denke ich.

Also – Zack – in Sekundenschnelle das erste Buch runtergeladen. Einfach und unkompliziert. Gut, das stöbern im Buchladen fehlt schon irgendwie. Aber darauf werde ich künftig nicht verzichten. Meine Lieblinge, tolle Ausgaben und super Autoren gibt’s weiter in gedruckter Form. Aber für unterwegs – in meinem Beruf als Journalistin bin ich das oft – ist der Reader in der Handtasche einfach leichter. Denn neben Kameraausrüstung und Schreibwerkzeuge brauche ich nicht noch mehr Gewicht.

Klar. Das Gefühl, der Geruch, das Geräusch beim Blättern fehlen irgendwie. Die gehören für mich einfach zum Leseerlebnis. Aber den ein oder anderen Krimi oder leichte Lektüre werde ich künftig auf dem Reader lesen. Und Klassiker: Romeo und Julia, Winnetou und Andersens Märchen gibt es nämlich völlig kostenlos.
Und durch das System der E-Books können auch bislang unbekannte Autoren veröffentlichen. Die werden bei 0,99 Cent pro Buch nicht reich. Aber ich werde auch nicht arm, wenn ich sie teste. Und das werde ich jetzt auch mal tun. 🙂

Für mich ist der Reader eine sinnvolle Ergänzung, die zu meinem Alltag und der Größe meiner Wohnung und meiner Koffer passt. Ersetzen wird er richtiges Papierwerk für mich aber nicht.

Wer auch Interesse an einem E-Reader hat: Ich empfehle eine Variante mit Display-Beleuchtung. Das ist vor allen Dingen abends und am sonnigen Strand sehr praktisch.
Meinen Kindle Paperwhite eReader findet ihr hier.

 

„Das wirst du bereuen“ werdet ihr nicht bereuen

bereuen

Inhalt: Manchmal liegt die Wahrheit so klar und offensichtlich vor einem: Emma ist eine Schlampe. Sie ist neu an der Schule, sieht gut aus – und spannt ihren Mitschülerinnen ständig die Freunde aus. Sara und Brielle gehören zu den starken Mädchen an der Schule, alle wollen ihnen imponieren – und deswegen lachen alle mit oder unternehmen zumindest nichts dagegen, als die beiden anfangen, Emma Putnam zu mobben. Auf Facebook und Twitter beschimpfen Sara und Brielle ihre Mitschülerin, spielen ihr Streiche, verletzen ihre Gefühle. Plötzlich ist Emma tot – sie hat ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt. Der Vorwurf: Sara und Brielle haben Emma in den Tod getrieben. Plötzlich sind sie die Ausgestoßenen, plötzlich zeigt jeder mit dem Finger auf sie, plötzlich stehen die Jugendlichen vor Gericht. Mitgelästert? Hat keiner. Nie. Nicht über die arme, hübsche Emma.

Das Buch „Das wirst du bereuen“ von Amanda Maciel beginnt, als Emma schon tot ist. Es erzählt die Geschichte von Sara, aus Saras Sicht: Wie sie versucht, jede Schuld von sich zu weisen – beim Anwalt, beim Psychologen, vor ihrer Familie. Und wie sie sich verändert, eine viel kompliziertere und vielschichtigere Wahrheit erkennt und akzeptiert. Die Einblicke in die Gedankenwelt von Sara fesseln, entwickeln sich, rufen Emotionen wach.

Fazit: Spannend erzählt die Autorin die Wandlung von Sara in der Gegenwart. In jedem zweiten Kapitel springt sie zurück und erzählt von den Geschehnissen vor Emmas Selbstmord. Das Buch handelt von einer aktuellen Problematik, fesselt den Leser, weil es berührt und weil der Leser sich vielleicht zuweilen selbst wiedererkennt – als Gehänselter oder auch als jemand, der unbedacht die Gefühle anderer verletzt. Mit „Das wirst du bereuen“ ist der Kinderbuchlektorin ein Debütroman gelungen, der Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen zum Nachdenken anregt.

Amanda Maciel: Das wirst du bereuen, 300 Seiten, Boje 2014. ISBN 978-3-414-82406-6, 14,99 Euro.