Archiv | Dezember 2015

Deadline – Psychokrimi mit überraschender Wendung

Manchmal ist alles ganz anders, als es scheint.

Zum Inhalt: Catherine jedenfalls ist gut darin, den Schein zu wahren. Da gab es diesen einen tag vor 20 Jahren, der ihr Leben veränderte. Aber sie ließ sich nichts anmerken, spielte ihrem Sohn und ihrem Mann Ehefrau und Mutter, machte Karriere, wurde sehr erfolgreich. Und plötzlich liest sie ein Buch, das irgendwie auf ihrem Nachttisch gelandet war. Sie erkennt sich selbst in der Protagonistin – und die Geschichte, die sich vor 20 Jahren abgespielt hat und für immer ihr Geheimnis bleiben sollte.
Der Autor Stephen Brigstocke kennt Catherine nicht, aber er hasst sie für das, was sie getan hat. Sie soll leiden. Und das tut sie, seit sie in dem Buch gelesen hat – denn es endet mit ihrem gewaltsamen Tod.

5245639400001Z

Meine Meinung: Ich habe das Buch mehr aus Zufall in die Hände bekommen. Aber zum Glück habe ich es in die Hände bekommen. Die Story hat mich von Beginn an mitgerissen. Ich fand die Idee gut, dass jemand ein düsteres Geheimnis aufdeckt und es als Roman herausbringt. Schließlich hat der Autor Beweise: Es gibt Fotos von der schändlichen, verruchten Catherine. Aber ist die Wirklichkeit so, wie sie scheint?
Die Handlung hat einen interessanten Twist, den ich etwa ab dem letzten Drittel geahnt habe. Es gibt bei diesem Twist kleinere logische Fehler, die mich aber beim Lesen nicht gestört haben. Ich musste trotzdem gebannt zu Ende lesen, um zu sehen, ob ich recht hatte.
Die Charaktere waren glaubhaft, hatten Tiefe, haben wirklich gelitten. Das hat die Autorin gut herausgearbeitet. Ich mag den Krimi, weil er sich mehr auf der psychischen, als auf der mordenden Ebene abspielt. Das bevorzuge ich bei spannendem Lesestoff. Die Handlung baut sich auf, ist nicht zu rasant, hat aber auch keine unangenehmen Längen – sondern hält einfach die Spannung ohne Mord und Totschlag. Gut gelungenes Werk von Renée Knight.

Renée Knight: Deadline
Goldmann-Verlag
352 Seiten
erschienen: 2015

Endgame. Die Auserwählten – ein langer Kampf rund um die Welt

Der Kampf um das Überleben nur eines einzigen von zwölf Geschlechtern geht weiter. James Frey lässt im zweiten Teil seiner Endgame-Trilogie wieder grausam morden, kämpfen, lieben und jagen. Aber irgendwie wünschte ich mir langsam, dass diese Jagd ihrem Ende zuginge – auch wenn das Buch, die Story, die Idee nicht schlecht sind. Dabei fehlt noch ein Band zum Ende.

5229281600001Z

Zum Inhalt: Zwölf Auserwählte sind zu Endgame angetreten. Drei haben den ersten Band nicht überlebt. Das Spiel um Leben und Tod ist damit noch lange nicht zu Ende. Sara hat eine schmerzhafte Entscheidung getroffen, den Erdschlüssel bekommen und damit die Katastrophe – das Endgame – erst ausgelöst. Nun sucht sie mit Jago nach dem Himmelsschlüssel. Aber auch die anderen Spieler sind hinter ihr und den Schlüsseln her – und zu allem Überfluss verlangt Jagos Familie, dass er Sara tötet. An Liu nutzt die Technik und das Internet, um den Spielern das Leben schwer zu machen. Und Baitsakhan will einfach nur Töten.

Meine Meinung: Viele Aspekte, viele Charaktere, viele Grausamkeiten und viel Action. Leider aber auch manchmal zu viel Inhalt, zu viel Story. Die Idee rund um den Kampf ums Überleben mit der gesamten Erde als Spielfeld und Außerirdischen als Spielemachern mag ich sehr. Ich mag auch einige Spieler sehr – bei manchen ist es wirklich traurig, wenn sie sterben. Aber das Buch fesselt mich nicht zu 100 Prozent. Mehr so zu 75 Prozent. Wenn ich lese, dann lese ich gerne. Aber wenn ich es aus der Hand lege, dann fühle ich mich nicht gezwungen, sofort weiterlesen zu wollen, weil ich unbedingt das Ende kennen muss. Schließlich kommt ja noch ein dritter Teil. Und ich hoffe, dass der mehr Überraschungen und Wendungen bietet. Denn der zweite Teil zieht für mich die gesamte Story im Moment doch etwas zu sehr in die Länge – auch wenn er durchaus seine Höhepunkte hat. Aber manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass man die durchaus spannende Story auch in einem oder zwei Teilen erzählen könnte.
Interessant und ein echt abwechslungsreiches Leseerlebnis bieten allerdings wieder die Krypto-Rätsel, die über das gesamte Buch verteilt sind. Sie sind nicht wichig für die Story, können überlesen werden. Aber wer Spaß an kniffeligen Rätseln hat und nebenbei wertvolle Preise gewinnen möchte, der ist hier gut aufgehoben.

von James Frey,
erschienen bei Oetinger

1. Endgame – Die Auserwählten: Band 1

2. Endgame – Die Hoffnung: Band 2

3. Endgame – Die Entscheidung: Band 3