Der dunkle Spiegel – Auftakt zur romantisch-spannenden Geschichte der Begine Almut

spiegel

Diese Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern: Andrea Schacht gelang mit „Der dunkle Spiegel“ ein spannender Auftakt zur fünfteiligen Romanreihe über die Begine Almut und den Pater Ivo. Die fünf Bücher sind historische Krimis – mit viel Herz.

Inhalt: Die Begine Almut ist eine patente Frau, will ihre eigenen Wege gehen und nicht unter der Munt eines Mannes stehen. Daher ist die junge Frau nach dem Tod ihres ersten, viel zu alten Mannes, in ein Beginenkonvent gegangen. Die Frauen leben keusch, arbeitsam und gottesfürchtig – ähnlich wie Nonnen, jedoch ohne Gelübde und jederzeit frei, den Konvent wieder zu verlassen.

Almut ist eine äußerst sympathische Protagonistin: Sie hat eine spitze Zunge und einen hellen Verstand. Sie hinterfragt die Lehren der Kirche und bringt sich damit so manches Mal in Schwierigkeiten. So trifft sie auch auf den strengen und grimmigen Pater Ivo, den sie oftmals mit ihrer spitzen Zunge geißelt, der sich aber gerne zu humorvollen Disputen mit der jungen Begine hinreißen lässt.

Ein tragischer Mord lässt die Begine und den Pater gemeinsam ermitteln: Der Sohn des Weinhändlers de Lipa wurde vergiftet – und Almut gerät unter Mordverdacht, da sie dem jungen Mann wenige Tage vor dessen Tod eine Arznei brachte. Und mit ihrer scharfen Zunge ruft sie sogar den Inquisitor auf den Plan. Schließlich bleibt Almut nichts anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen, wobei sie immer öfter auf den Pater trifft, Hilfe von der maurischen Hure Aziza und der taubstummen, aber sehr einfühlsamen Trine bekommt. Dennoch bringt sie sich selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung: Andrea Schacht schreibt über das bunte, lebendige Köln im Mittelalter. Die historischen Gegebenheiten hat sie in ihre Geschichte einbezogen, die Orte so detailliert beschrieben, dass ich sie auf meinem letzten Besuch in Köln teilweise wiedergefunden habe. Die Figuren sind glaubhaft, haben einen facettenreiche Charakter und lassen mitfiebern bei spannenden Ermittlungen und mysteriösen, dunklen Begebenheiten. Humorvoll ist es, wenn ganz nebenbei das Kölnisch Wasser erfunden wird oder einige, heute bekannte Medikamente. Darüber hinaus gelingt es Andrea Schacht, eine eigentlich unmögliche Liebesgeschichte langsam zu spinnen – und so wollte ich beim Lesen schnell nicht mehr nur die spannenden Mordfälle aufgeklärt wissen, sondern auch die Geschichte der Begine und des strengen Benediktinerpaters erfahren.

Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Buch voller Spannung, Humor und Liebe. Manchmal ein bisschen ketzerisch, spitz und scharfzüngig, aber vor allem klug und mit Herz geschrieben – das macht „Der dunkle Spiegel“ zu einem Auftakt, der Lust macht auf mehr!

Die Reihe um Almut und Ivo von Andrea Schacht:
Band 1: Der dunkle Spiegel
Band 2: Das Werk der Teufelin
Band 3: Die Sünde aber gebiert den Tod
Band 4: Die elfte Jungfrau
Band 5: Das brennende Gewand

erschienen bei Blanvalet

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