Arnulf, die Axt der Hessen – Mittelalter-Abeneteuer im Stil von Cornwall

Inhalt: Der junge Hesse Arnulf wird von seiner Mutter und ihrem neuen Freund an einen Händler fortgegeben. Der misshandelt ihn, ist brutal. Mit Glück schafft Arnulf es als Holzhauer in die Dienste eines Baumeisters. Dann werden ihm seine Gefühle für dessen Tochter jedoch zum Verhängnis und er muss fliehen. Das Schicksal verwickelt ihn schließlich in die Kämpfe von Karl dem Großen und den Hessen gegen die Sachsenstämme. Unfreiwillig gerät Arnulf mitten in das Geschehen – und schließlich erwirbt der einfache Holzhauer sich großes Ansehen, denn er ist stark und ein begnadeter Axtkämpfer.

 Der Autor Robert Focken zeichnet ein detailreiches Bild dieser gefahrvollen Zeit im achten Jahrhundert: Es herrscht Armut, das Leben der Menschen ist geprägt von harter Arbeit, Aberglauben, von Krieg, der Plünderung durch die Sachsen und dem Spannungsfeld zwischen weltlicher und kirchlicher Macht. Quer durch das Frankenlager verläuft dabei etwa die Kluft zwischen zivilisierten Gelehrten wie Einhard und dem fanatischen Hofkapellan Karls, der den heidnischen Glauben ausrotten will. Beide Seiten ringen mit allen Mitteln um ihren Einfluss auf den König

Meine Meinung: „Arnulf. Die Axt der Hessen“ erzählt nicht von einem heldenhaften Karl dem Großen und stellt das Mittelalter als Abenteuer dar. Robert Focken gelingt es, das Leben der einfachen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen: Welche Sorgen und Nöte hatten die Menschen damals? Wie lebten Freie und Halbfreie? Und was passierte mit den Menschen, die zu Kriegsdiensten verpflichtet wurden? Nicht alle ritten in Rüstung, strahlend, mutig und hoch zu Ross in das Gefecht. So zeichnet Focken ein realistisches Mittelalter und macht die allgegenwärtigen Gefahren, aber auch Freuden spürbar. Focken beschönigt nicht und zeigt ein blutiges und dunkles Mittelalter. In diesem Roman liegt der Fokus auf Schlachten statt auf Romanzen – auch wenn eine Liebesgeschichte natürlich nicht fehlen darf. Wer allerdings Mittelalter-Romantik und Bettgeschichten im Stil von Andrea Schacht oder Iny Lorentz erwartet, wird in diesem Buch nicht fündig.

Robert Focken gestaltet nicht nur eine Hauptfigur: Neben Arnulf spielt auch der Geistliche Einulf eine große Rolle, ebenso wie der Soldat Esiko. Aber auch die zahlreichen Nebenfiguren haben eine spannende Geschichte und entwickeln sich im Laufe des Romans weiter.

Focken legt Wert auf Details. Daher nutzt er auch zahlreiche mittelalterliche Begriffe und die damaligen Namen der Städte. So heißt die Eder damals Adrana und Friedeslar wurde später zu Fritzlar. Auch Frankenberg, Korbach und andere Orte des Landkreises finden sich in dem Buch wieder.

Fazit: Für Freunde von historischen Romanen ist „Arnulf. Die Axt der Hessen“ sehr empfehlenswert. Es hat eine spannende Story, erzählt von Kampf und ein bisschen Liebe und zeichnet ein detailgetreues Bild der Sachsenkriege. Der zweite Band verspricht ebenfalls spannend zu werden.

 

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