Archiv | Dezember 2014

Magisterium – Kann eine Seele sich ändern?

Ein bisschen „Harry Potter“, ein bisschen „Chroniken der Unterwelt“ und das Ganze vermischt mit Cassandra Clares und Holly Blacks kurzweiligen, jugendlichen Schreibstilen – fertig ist ein neuer Roman aus der Welt der Zauberer. In „Magisterium – der Weg ins Labyrinth“ herrscht von Anfang an Spannung. Denn das Buch beginnt mit der Aufforderung einer toten Zauberin, ihr Baby zu töten. Doch der Vater entdeckt Mutter und Sohn – und erkennt das Geheimnis, das hinter dem Wunsch der toten Mutter steckt. Alastair will der Welt dennoch trotzen und zieht Callum Hunt auf. Er erzieht ihn zur Angst vor der Welt der Zauberer und versucht, ihn von dort fernzuhalten. Das muss natürlich scheitern.

Meine Meinung: Callum Hunt ist kein Charakter, bei dem der Leser sofort Sympathie empfindet, sondern bestenfalls Mitleid. Er humpelt, hat keine Freunde, benimmt sich griesgrämig und verstockt. Nach und nach gewinnt er Freunde, findet Gefallen an der Zauberwelt, doch er entdeckt auch die dunkle Seite. Es scheint sich ein Konflikt anzubahnen zwischen Freundschaft und Erbe, zwischen Seele und Erbe – und der großen Frage, ob ein Mensch sich ändern kann. Damit endet das Buch allerdings auch – und verspricht eine spannende Fortsetzung. Dieser Jugend-Fantasy-Roman ist auch für Erwachsene, die die Welt der Zauberer lieben, gut geeignet und schnell gelesen. Denn das große Geheimnis am Ende des Buches kommt überraschend und will erkundet werden. Den direkten Vergleich zur großartigen „Harry Potter“-Serie sollte man allerdings vermeiden, wenn man sich selbst die Lesefreude nicht trüben will. „Magisterium“ ist gut, unterhaltsam und spannend – aber eben anders, als die Geschichte um den bekanntesten Zauberlehrling.

Holly Black, Cassandra Clare: Magisterium. Der Weg ins Labyrinth. Bastei-Lübbe 2014, 332 Seiten, 14,99 Euro.

Weitere Teile sollen folgen.

 

Nichts für schwache Nerven – Die Blutlinie

Wer es gerne spannend mag, der ist bei dem texanischen Autor Cody McFadyen genau richtig. Sein Thriller „Die Blutlinie“ hat alles, was ein Buch braucht, dass den Leser schonmal bis in die Nacht wach hält – denn der Nervenkitzel und die spannenden Wendungen lassen einen kaum zur Ruhe kommen, bis der Fall nicht gelöst ist. Und irgendwie lässt er auch ein erschütterndes Gefühl zurück.

Inhalt: In dem Buch, das nur der Auftakt zu einer Serie ist, geht es um die FBI-Agentin Smoky Barrett. Wie ein guter Protagonist hat sie Ecken und Kanten, hat traumatisches erlebt und ist nach dem Mord an ihrer Familie eigentlich noch gar nicht wieder bereit für den Einsatz. Weil jemand eine Freundin aus Jugendtagen ermordet, wird sie jedoch wieder reingesogen in die grausame Wirklichkeit und die Abgründe der Menschheit. Der Täter hält sich für den Nachfolger von Jack the Ripper und hinterlässt eine blutige Linie – und ein traumatisiertes Opfer.

Meine Meinung: Das Buch ist blutig, gruselig, fesselnd und trotz mancher Klischees über das FBI absolut lesenswert – am besten, wenn man in der Nacht nicht alleine im Bett liegen muss. Die Story ist nichts für schwache Nerven, denn die Gewaltszenen werden detailreich ausgeschmückt und schleichen sich sehr bildlich vor das geistige Auge – aber auf jeden Fall ist das Buch etwas für Fans von Krimis und Thrillern. Smoky Barrett klärt ihre Fälle auf etwas andere Weise, denn sie kann denken wie die grausamsten Mörder. Eine reine Ermittlerin ist sie nicht, denn die Psyche der Täter spielt eine große Rolle beim Lösen der Fälle. Damit schafft Cody McFadyen eine geniale Mischung aus „Criminal Minds“ und „Navy CIS“, die den Leser in einer dichten, spannenden handlung in das Buch hineinzieht.

Cody McFadyen „Die Blutlinie“, Bastei-Lübbe 2008, 480 Seiten, 9,99 Euro

Weitere blutig-spannende Fälle von Smoky Barrett sind bereits erschienen. Die gibt es in folgender Reihenfolge:

Die Blutlinie: Smoky Barretts 1. Fall
Der Todeskünstler: Smoky Barretts 2. Fall
Das Böse in uns: Smoky Barretts 3. Fall
Ausgelöscht: Smoky Barretts 4. Fall

 

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